1. An den Strömen von Babel, / da saßen wir und weinten, / wenn wir an Zion dachten.
2. Wir hängten unsere Harfen / an die Weiden in jenem Land.
3. Dort verlangten von uns die Zwingherren Lieder, / unsere Peiniger forderten Jubel: / «Singt uns Lieder vom Zion!»
4. Wie könnten wir singen die Lieder des Herrn, / fern, auf fremder Erde?
5. Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, / dann soll mir die rechte Hand verdorren.
6. Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, / wenn ich an dich nicht mehr denke, / wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe.
7. Herr, vergiss den Söhnen Edoms nicht den Tag von Jerusalem; / sie sagten: «Reißt nieder, bis auf den Grund reißt es nieder!»
8. Tochter Babel, du Zerstörerin! / Wohl dem, der dir heimzahlt, was du uns getan hast!
9. Wohl dem, der deine Kinder packt / und sie am Felsen zerschmettert!
Fußnoten:
137:1-3 - Dieser Psalm drückt die Klage der vertriebenen Israeliten im Gedenken an Zion aus. Ihr Schmerz und ihre Sehnsucht nach der Heimat offenbaren die tiefe Verbundenheit des Volkes mit Jerusalem, einem Symbol der Gegenwart Gottes (siehe auch Klagelieder 1,3-4 und Offenbarung 18,22).
137:4-6 - Die Verbannten weigern sich, in einem fremden Land die Lieder Zions zu singen und zeigen damit, dass ihre Gottesverehrung eng mit dem Tempel und der Stadt Jerusalem verbunden ist. Sie schwören Zion Treue (siehe auch Jesaja 49:14-16 und Deuteronomium 6:5).
137:7 - Der Psalm ruft Gott dazu auf, der Edomiter zu gedenken, die an der Zerstörung Jerusalems beteiligt waren. Dies spiegelt den Wunsch nach Gerechtigkeit für diejenigen wider, die zum Leid Israels beigetragen haben (siehe auch Obadja 1,10-12 und Jeremia 49,7).
137:8-9 - Der Psalm endet mit harten Worten der Rache an Babylon. Dieser Schrei nach göttlicher Gerechtigkeit spiegelt den Wunsch nach Vergeltung für erlittene Unterdrückung wider, ein häufiges Thema in alttestamentlichen Klagegebeten (siehe auch Jeremia 51:24-26 und Offenbarung 18:6).
Verse im Zusammenhang mit Die Psalmen, 137:
Psalm 137 ist eine Klage über das babylonische Exil. Wie kann man den Glauben fern von zu Hause bewahren? Dieser emotionale Psalm drückt den Schmerz der jüdischen Exilanten aus, ihre Weigerung, die Lieder Zions in einem fremden Land zu singen, und ihren Wunsch nach Rache an ihren Unterdrückern. Der Text schildert anschaulich den Konflikt zwischen Erinnerung, Treue und Angst. Themen wie Sehnsucht, kulturelle Identität und göttliche Gerechtigkeit stehen im Vordergrund. Psalm 137 berührt alle, die Vertreibung und Verlust erleben. Denken Sie mit uns über fünf Passagen nach, die das Gefühl des Exils, das in diesem bewegenden Psalm zum Ausdruck kommt, verstärken.
Jeremia 29:10: "Das sagt der Herr: „Wenn die siebzig Jahre der Verbannung aus Babylon vorüber sind, werde ich mein Versprechen an dich erfüllen, dich an diesen Ort zurückzubringen.“" - Dieser Vers liefert den Kontext für das in Psalm 137:1 erwähnte Exil.
Hesekiel 3:15: "Ich kam nach Tel Abib, in der Nähe des Flusses Chebar, wo sie lebten, und saß sieben Tage lang voller Erstaunen unter ihnen." - Diese Passage spiegelt die Erfahrung der in Psalm 137:1 erwähnten Verbannten wider, die an den Flüssen Babylons saßen.
Klagelieder 2:15: "Jeder, der an Ihnen vorbeikommt, klatscht in die Hände, pfeift und schüttelt den Kopf über die Tochter Jerusalems: „Ist das die Stadt, die die Vollkommenheit der Schönheit, die Freude der ganzen Erde genannt wurde?“" - Dieser Vers spiegelt die spöttische Stimmung wider, die in Psalm 137:3 erwähnt wird.
Obadja 1:11: "An dem Tag, als du dabeistandest, während Fremde seine Waren trugen und Fremde in seine Tore eindrangen und das Los über Jerusalem warfen, warst du wie einer von ihnen." - Diese Passage bezieht sich auf Psalm 137:7, in dem Edoms Beteiligung an der Zerstörung Jerusalems erwähnt wird.
Jesaja 13:16: "Ihre Babys werden vor ihnen in Stücke gerissen; Ihre Häuser werden durchsucht und ihre Frauen vergewaltigt." - Dieser Vers spiegelt das harte Urteil gegen Babylon wider, ähnlich dem Wunsch, der in Psalm 137:8-9 zum Ausdruck kommt.
FAQ:
Was ist der Kontext von Psalm 137?
Psalm 137 bringt die Klage der Israeliten während des babylonischen Exils zum Ausdruck. Sie erinnern sich an Jerusalem und ihre Angst, weit weg von ihrem Land zu sein. (Psalm 137:1-4)
Warum rufen die Verbannten in Psalm 137 zur Rache an Babylon auf?
Die Verbannten bringen ihre Trauer und ihren Wunsch nach göttlicher Gerechtigkeit gegenüber Babylonien zum Ausdruck, weil es Jerusalem zerstört und den Israeliten Leid zugefügt hat. (Psalm 137:7-9)
Wie drückten die Israeliten ihren Wunsch aus, nach Jerusalem zurückzukehren?
Die Verbannten an den Flüssen Babylons betrauerten den Verlust Jerusalems und schworen, ihre Heimatstadt nicht zu vergessen, bis sie zurückkehren könnten. (Psalm 137:5-6)
Was verrät Psalm 137 über Klage und Hoffnung?
Psalm 137 offenbart die tiefe Trauer des Volkes, aber auch die Hoffnung, dass Gott Gerechtigkeit bringen und Jerusalem wiederherstellen wird. (Psalm 137:1-9)
Was bedeutet das „Lied Jerusalems“ in Psalm 137?
Das „Lied Jerusalems“ stellt den Schmerz und den Verlust dar, den die Verbannten empfanden, die fern von ihrer Heimat nicht fröhlich singen konnten. (Psalm 137:4)