1. [Ein Psalm Davids.] Herr, höre mein Gebet, vernimm mein Flehen; / in deiner Treue erhöre mich, in deiner Gerechtigkeit!
2. Geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht; / denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir.
3. Der Feind verfolgt mich, tritt mein Leben zu Boden, / er lässt mich in der Finsternis wohnen wie längst Verstorbene.
4. Mein Geist verzagt in mir, / mir erstarrt das Herz in der Brust.
5. Ich denke an die vergangenen Tage, / sinne nach über all deine Taten, / erwäge das Werk deiner Hände.
6. Ich breite die Hände aus (und bete) zu dir; / meine Seele dürstet nach dir wie lechzendes Land. [Sela]
7. Herr, erhöre mich bald, / denn mein Geist wird müde; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, / damit ich nicht werde wie Menschen, die längst begraben sind.
8. Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen; / denn ich vertraue auf dich. Zeig mir den Weg, den ich gehen soll; / denn ich erhebe meine Seele zu dir.
9. Herr, entreiß mich den Feinden! / Zu dir nehme ich meine Zuflucht.
10. Lehre mich, deinen Willen zu tun; denn du bist mein Gott. / Dein guter Geist leite mich auf ebenem Pfad.
11. Um deines Namens willen, Herr, erhalt mich am Leben, / führe mich heraus aus der Not in deiner Gerechtigkeit!
12. Vertilge in deiner Huld meine Feinde, / lass all meine Gegner untergehn! / Denn ich bin dein Knecht.
Footnotes:
143:1-2 - Der Psalmist fleht um Gottes Barmherzigkeit und erkennt an, dass in Gottes Augen kein Mensch gerecht ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit der göttlichen Gnade für die Erlösung und die Vergebung der Sünden (siehe auch Römer 3,10-12 und Epheser 2,8-9).
143:3-4 - Der Psalmist beschreibt die Unterdrückung durch seine Feinde, die ihn in Verzweiflung stürzte. Diese Klage offenbart die Angst, die oft mit dem Glaubensleben einhergeht, und die Notwendigkeit, auf Gottes Trost zu vertrauen (siehe auch Psalm 22,1-2 und 2. Korinther 4,8-9).
143:5-6 - Der Psalmist meditiert über Gottes Werke und streckt seine Hände zum Gebet aus, dürstet nach einer Begegnung mit dem Herrn. Diese Suche nach Gott in Zeiten der Verzweiflung ist ein zentrales Thema biblischer Spiritualität (siehe auch Psalm 63,1-2 und Jesaja 26,9).
143:8-9 - Der Psalmist vertraut darauf, dass Gottes Güte ihn leitet und von seinen Feinden befreit. Er erkennt, dass der Weg der Gerechtigkeit durch göttliche Führung und Vertrauen in seinen Willen gefunden werden kann (siehe auch Psalm 25,4-5 und Sprüche 3,5-6).
143:10-11 - Die Bitte an Gott, den Psalmisten seinen Weg zu lehren und ihn am Leben zu erhalten, ist ein Appell um Weisheit und spirituellen Schutz. Gottes Wille ist der Wegweiser zu einem rechtschaffenen Leben, und sein Geist ist der Tröster in Prüfungen (siehe auch Psalm 119:33 und Johannes 14:26).
Verses related to Die Psalmen, 143:
Psalm 143 stellt eine eindringliche Bitte um Befreiung und Führung dar. Wie geht David mit der Unterdrückung seiner Feinde um? Dieser von Herzen kommende Text verbindet das Bekenntnis der Sünde, die Bitte um göttliches Eingreifen und den Wunsch, Gottes Wege kennenzulernen. Der Psalm befasst sich mit Themen wie menschlicher Gebrechlichkeit, göttlicher Barmherzigkeit und der Suche nach Gottes Willen. Psalm 143 dient als Beispiel für das Gebet in Zeiten der Verzweiflung und Orientierungslosigkeit. Betrachten Sie mit uns fünf Bibelstellen, die mit der spirituellen Suche übereinstimmen, die in diesem eindringlichen Psalm zum Ausdruck kommt.
Römer 3:20: "Deshalb wird vor ihm niemand aufgrund des Gehorsams gegenüber dem Gesetz für gerecht erklärt, denn durch das Gesetz werden wir uns der Sünde völlig bewusst." - Dieser Vers bezieht sich auf Psalm 143:2, wo der Psalmist anerkennt, dass niemand vor Gott gerecht ist.
Klagelieder 3:22-23: "Dank der großen Liebe des Herrn werden wir nicht vernichtet, denn seine Barmherzigkeit ist unerschöpflich. Sie werden jeden Morgen erneuert; Großartig ist deine Treue!" - Diese Passage spiegelt den Geist von Psalm 143:8 wider, wo der Psalmist am Morgen um Gottes Gnade bittet.
Johannes 14:26: "Aber der Ratgeber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." - Dieser Vers spiegelt die Bitte in Psalm 143:10 wider, dass Gott den Psalmisten lehren soll, seinen Willen zu tun.
Epheser 6:12: "Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Menschen, sondern gegen die Mächte und Autoritäten, gegen die Herrscher dieser dunklen Welt, gegen die geistigen Mächte des Bösen in den himmlischen Regionen." - Diese Passage bezieht sich auf Psalm 143:9, wo der Psalmist um Befreiung von seinen Feinden bittet.
2. Timotheus 1:7: "Denn Gott hat uns keinen Geist der Feigheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und des Gleichgewichts." - Dieser Vers spiegelt den Aufruf in Psalm 143:11-12 wider, Feinde zu stärken und zu vernichten.
FAQ:
Was bittet David Gott in Psalm 143?
David bittet Gott, ihn von seinen Feinden zu befreien, seinen Geist wiederherzustellen und ihn auf dem Weg der Gerechtigkeit zu leiten. (Psalm 143:1-11)
Was bedeutet „geh nicht ins Gericht“ in Psalm 143?
David ruft aus, dass Gott ihn nicht aufgrund seiner Unvollkommenheit richten, sondern ihm Gnade erweisen werde. (Psalm 143:2)
Wie drückt David sein Vertrauen in die Barmherzigkeit Gottes aus?
David bringt seine Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit zum Ausdruck und bittet ihn, ihn trotz seiner Fehler zu erhören und zu erlösen. (Psalm 143:8-10)
Warum spricht David davon, dass „sein Geist gebrochen“ sei?
David beschreibt seine Verzweiflung und Niedergeschlagenheit und bittet um die Wiederherstellung seiner Seele und um Gottes Führung. (Psalm 143:4-7)
Was können wir aus Psalm 143 über Beharrlichkeit im Gebet lernen?
Psalm 143 lehrt uns, auch in schwierigen Zeiten im Gebet zu verharren und darauf zu vertrauen, dass Gott uns neue Kraft gibt. (Psalm 143:11)