Kompletter Leseplan
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Am 22. Tag erleben wir göttliche Erhöhung. Genesis 41-42 zeigt Josef bei der Deutung der Träume des Pharaos, seinen Aufstieg zum Statthalter Ägyptens mit 30 Jahren und das dramatische Wiedersehen mit seinen Brüdern, die ihn während der Hungersnot nicht erkannten. Hiob 33-34 führt Elihus Reden fort und bietet eine andere Perspektive auf Leid und Gottes Gerechtigkeit. Sprüche 4,1-9 ist ein leidenschaftlicher väterlicher Appell, vor allem nach Weisheit zu streben, und verspricht, dass sie uns erhöhen und ehren wird, wenn wir sie annehmen.
1. Zwei Jahre später hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nil.
2. Aus dem Nil stiegen sieben gut aussehende, wohlgenährte Kühe und weideten im Riedgras.
3. Nach ihnen stiegen sieben andere Kühe aus dem Nil; sie sahen hässlich aus und waren mager. Sie stellten sich neben die schon am Nilufer stehenden Kühe
4. und die hässlichen, mageren Kühe fraßen die sieben gut aussehenden und wohlgenährten Kühe auf. Dann erwachte der Pharao.
5. Er schlief aber wieder ein und träumte ein zweites Mal: An einem einzigen Halm wuchsen sieben Ähren, prall und schön.
6. Nach ihnen wuchsen sieben kümmerliche, vom Ostwind ausgedörrte Ähren.
7. Die kümmerlichen Ähren verschlangen die sieben prallen, vollen Ähren. Der Pharao wachte auf: Es war ein Traum.
8. Am Morgen fühlte er sich beunruhigt; er schickte hin und ließ alle Wahrsager und Weisen Ägyptens rufen. Der Pharao erzählte ihnen seine Träume, doch keiner war da, der sie ihm hätte deuten können.
9. Da sagte der Obermundschenk zum Pharao: Heute muss ich an meine Verfehlung erinnern:
10. Als der Pharao über seine Diener aufgebracht war, gab er mich ins Haus des Obersten der Leibwache in Haft, mich und den Oberbäcker.
11. Da hatten wir, ich und er, in derselben Nacht einen Traum, der für jeden eine besondere Bedeutung haben sollte.
12. Dort war mit uns zusammen ein junger Hebräer, ein Sklave des Obersten der Leibwache. Wir erzählten ihm unsere Träume und er legte sie uns aus. Jedem gab er die zutreffende Deutung.
13. Wie er es uns gedeutet hatte, so geschah es: Mich setzte man wieder in mein Amt ein, den andern hängte man auf.
14. Da schickte der Pharao hin und ließ Josef rufen. Man holte ihn schnell aus dem Gefängnis, schor ihm die Haare, er zog andere Kleider an und kam zum Pharao.
15. Der Pharao sagte zu Josef: Ich hatte einen Traum, doch keiner kann ihn deuten. Von dir habe ich aber gehört, du brauchst einen Traum nur zu hören, dann kannst du ihn deuten.
16. Josef antwortete dem Pharao: Nicht ich, sondern Gott wird zum Wohl des Pharao eine Antwort geben.
17. Da sagte der Pharao zu Josef: In meinem Traum stand ich am Nilufer.
18. Aus dem Nil stiegen sieben wohlgenährte, stattliche Kühe und weideten im Riedgras.
19. Nach ihnen stiegen sieben andere Kühe herauf, elend, sehr hässlich und mager. Nie habe ich in ganz Ägypten so hässliche Kühe gesehen.
20. Die mageren und hässlichen Kühe fraßen die sieben ersten, fetten auf.
21. Sie verschwanden in ihrem Bauch, aber man merkte nicht, dass sie darin waren; sie sahen genauso elend aus wie vorher. Dann wachte ich auf.
22. Weiter sah ich in meinem Traum: Auf einem einzigen Halm gingen sieben volle, schöne Ähren auf.
23. Nach ihnen wuchsen sieben taube, kümmerliche, vom Ostwind ausgedörrte Ähren.
24. Die kümmerlichen Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. Ich habe das den Wahrsagern erzählt, aber keiner konnte mir die Deutung sagen.
25. Darauf sagte Josef zum Pharao: Der Traum des Pharao ist ein und derselbe. Gott sagt dem Pharao an, was er vorhat:
26. Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre und die sieben schönen Ähren sind sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum.
27. Die sieben mageren und hässlichen Kühe, die nachher heraufkamen, sind sieben Jahre und die sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren sind sieben Jahre Hungersnot.
28. Das ist es, was ich meinte, als ich zum Pharao sagte: Gott ließ den Pharao sehen, was er vorhat:
29. Sieben Jahre kommen, da wird großer Überfluss in ganz Ägypten sein.
30. Nach ihnen aber werden sieben Jahre Hungersnot heraufziehen: Da wird der ganze Überfluss in Ägypten vergessen sein und Hunger wird das Land auszehren.
31. Dann wird man nichts mehr vom Überfluss im Land merken wegen des Hungers, der danach kommt; denn er wird sehr drückend sein.
32. Dass aber der Pharao gleich zweimal träumte, bedeutet: Die Sache steht bei Gott fest und Gott wird sie bald ausführen.
33. Nun sehe sich der Pharao nach einem klugen, weisen Mann um und setze ihn über Ägypten.
34. Der Pharao möge handeln: Er bestelle Bevollmächtigte über das Land und besteuere Ägypten mit einem Fünftel in den sieben Jahren des Überflusses.
35. Die Bevollmächtigten sollen alles Brotgetreide der kommenden guten Jahre sammeln und auf Weisung des Pharao Korn aufspeichern; das Brotgetreide sollen sie in den Städten sicherstellen.
36. Das Brotgetreide soll dem Land als Rücklage dienen für die sieben Jahre der Hungersnot, die über Ägypten kommen werden. Dann wird das Land nicht an Hunger zugrunde gehen.
37. Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Hofleuten.
38. Der Pharao sagte zu ihnen: Finden wir einen Mann wie diesen hier, einen, in dem der Geist Gottes wohnt?
39. Dann sagte der Pharao zu Josef: Nachdem dich Gott all das hat wissen lassen, gibt es niemand, der so klug und weise wäre wie du.
40. Du sollst über meinem Hause stehen und deinem Wort soll sich mein ganzes Volk beugen. Nur um den Thron will ich höher sein als du.
41. Der Pharao sagte weiter zu Josef: Hiermit stelle ich dich über ganz Ägypten.
42. Der Pharao nahm den Siegelring von seiner Hand und steckte ihn Josef an die Hand. Er bekleidete ihn mit Byssusgewändern und legte ihm die goldene Kette um den Hals.
43. Dann ließ er ihn seinen zweiten Wagen besteigen. Man rief vor ihm aus: Achtung! So stellte er ihn über ganz Ägypten.
44. Der Pharao sagte zu Josef: Ich bin der Pharao, aber ohne dich soll niemand seine Hand oder seinen Fuß regen in ganz Ägypten.
45. Der Pharao verlieh Josef den Namen Zafenat-Paneach und gab ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, zur Frau. So wurde Josef Herr über Ägypten.
46. Josef war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pharao, dem König von Ägypten, stand. Josef ging vom Pharao weg und durchzog ganz Ägypten.
47. Das Land brachte in den sieben Jahren des Überflusses überreichen Ertrag.
48. Josef ließ während der sieben Jahre, in denen es Überfluss gab, alles Brotgetreide in Ägypten sammeln und in die Städte schaffen. Das Getreide der Felder rings um jede Stadt ließ er dort hineinbringen.
49. So speicherte Josef Getreide in sehr großer Menge auf, wie Sand am Meer, bis man aufhören musste, es zu messen, weil man es nicht mehr messen konnte.
50. Ein Jahr, bevor die Hungersnot kam, wurden Josef zwei Söhne geboren. Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, gebar sie ihm.
51. Josef nannte den Erstgeborenen Manasse (Vergessling), denn er sagte: Gott hat mich all meine Sorge und mein ganzes Vaterhaus vergessen lassen.
52. Den zweiten Sohn nannte er Efraim (Fruchtbringer), denn er sagte: Gott hat mich fruchtbar werden lassen im Lande meines Elends.
53. Die sieben Jahre des Überflusses in Ägypten gingen zu Ende
54. und es begannen die sieben Jahre der Hungersnot, wie es Josef vorausgesagt hatte. Eine Hungersnot brach über alle Länder herein, in ganz Ägypten aber gab es Brot.
55. Da ganz Ägypten Hunger hatte, schrie das Volk zum Pharao nach Brot. Der Pharao aber sagte zu den Ägyptern: Geht zu Josef! Tut, was er euch sagt.
56. Als die Hungersnot über das ganze Land gekommen war, öffnete Josef alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter. Aber der Hunger wurde immer drückender in Ägypten.
57. Auch alle Welt kam nach Ägypten, um bei Josef Getreide zu kaufen; denn der Hunger wurde immer drückender auf der ganzen Erde.
1. Als Jakob erfuhr, dass es in Ägypten Getreide zu kaufen gab, sagte er zu seinen Söhnen: Warum schaut ihr einander so an?
2. Und er sagte: Ich habe gehört, dass es in Ägypten Getreide zu kaufen gibt. Zieht hin und kauft dort für uns Getreide, damit wir am Leben bleiben und nicht sterben müssen.
3. Zehn Brüder Josefs zogen also hinunter, um in Ägypten Getreide zu kaufen.
4. Benjamin, den Bruder Josefs, ließ Jakob nicht mit seinen Brüdern ziehen, denn er dachte, es könnte ihm ein Unglück zustoßen.
5. Die Söhne Israels kamen also mitten unter anderen, die auch gekommen waren, um Getreide zu kaufen; denn Hungersnot herrschte in Kanaan.
6. Josef verwaltete das Land. Er war es, der allen Leuten im Lande Getreide verkaufte. So kamen Josefs Brüder und warfen sich vor ihm mit dem Gesicht zur Erde nieder.
7. Als Josef seine Brüder sah, erkannte er sie. Aber er gab sich ihnen nicht zu erkennen, sondern fuhr sie barsch an. Er fragte sie: Wo kommt ihr her? Aus Kanaan, um Brotgetreide zu kaufen, sagten sie.
8. Josef hatte seine Brüder erkannt, sie aber hatten ihn nicht erkannt.
9. Josef erinnerte sich an das, was er von ihnen geträumt hatte, und sagte: Spione seid ihr. Um nachzusehen, wo das Land eine schwache Stelle hat, seid ihr gekommen.
10. Sie antworteten ihm: Nein, Herr. Um Brotgetreide zu kaufen, sind deine Knechte gekommen.
11. Wir alle sind Söhne ein und desselben Vaters. Ehrliche Leute sind wir, deine Knechte sind keine Spione.
12. Er aber entgegenete ihnen: Nichts da, ihr seid nur gekommen, um nachzusehen, wo das Land eine schwache Stelle hat.
13. Da sagten sie: Wir, deine Knechte, waren zwölf Brüder, Söhne ein und desselben Mannes in Kanaan. Der Jüngste ist bei unserem Vater geblieben und einer ist nicht mehr.
14. Josef aber sagte zu ihnen: Es bleibt dabei, wie ich euch gesagt habe: Spione seid ihr.
15. So wird man euch auf die Probe stellen: Beim Leben des Pharao! Ihr sollt von hier nicht eher loskommen, bis auch euer jüngster Bruder da ist.
16. Schickt einen von euch hin! Er soll euren Bruder holen; ihr anderen aber werdet in Haft genommen. So wird man euer Gerede überprüfen und feststellen können, ob ihr die Wahrheit gesagt habt oder nicht. Beim Leben des Pharao, ja, Spione seid ihr.
17. Dann ließ er sie für drei Tage in Haft nehmen.
18. Am dritten Tag sagte Josef zu ihnen: Tut Folgendes und ihr werdet am Leben bleiben, denn ich fürchte Gott:
19. Wenn ihr ehrliche Leute seid, soll einer von euch Brüdern in dem Gefängnis zurückgehalten werden, in dem ihr in Haft gewesen seid. Ihr anderen aber geht und bringt das gekaufte Getreide heim, um den Hunger eurer Familien zu stillen.
20. Euren jüngsten Bruder aber schafft mir herbei, damit sich eure Worte als wahr erweisen und ihr nicht sterben müsst. So machten sie es.
21. Sie sagten zueinander: Ach ja, wir sind an unserem Bruder schuldig geworden. Wir haben zugesehen, wie er sich um sein Leben ängstigte. Als er uns um Erbarmen anflehte, haben wir nicht auf ihn gehört. Darum ist nun diese Bedrängnis über uns gekommen.
22. Ruben entgegnete ihnen: Habe ich euch nicht gesagt: Versündigt euch nicht an dem Kind! Ihr aber habt nicht gehört. Nun wird für sein Blut von uns Rechenschaft gefordert.
23. Sie aber ahnten nicht, dass Josef zuhörte, denn er bediente sich im Gespräch mit ihnen eines Dolmetschers.
24. Er wandte sich von ihnen ab und weinte. Als er sich ihnen wieder zuwandte und abermals mit ihnen redete, ließ er aus ihrer Mitte Simeon festnehmen und vor ihren Augen fesseln.
25. Josef befahl dann, ihre Behälter mit Getreide zu füllen, einem jeden von ihnen das Geld wieder in den Sack zurückzulegen und ihnen für die Reise Verpflegung mitzugeben. So geschah es.
26. Sie luden das Getreide auf ihre Esel und zogen fort.
27. Als einer seinen Sack öffnete, um in der Herberge seinen Esel zu füttern, sah er sein Geld. Es lag in seinem Getreidesack ganz oben.
28. Er sagte zu seinen Brüdern: Man hat mir mein Geld zurückgegeben. Seht, hier ist es in meinem Getreidesack. Da verließ sie der Mut und sie sagten zitternd zueinander: Was hat uns Gott da angetan?
29. Sie kamen zu ihrem Vater Jakob nach Kanaan und berichteten ihm alles, was ihnen zugestoßen war:
30. Jener Mann, der Herr des Landes, hat uns barsch angefahren und uns für Leute gehalten, die das Land ausspionieren.
31. Wir sagten ihm: Ehrliche Leute sind wir und keine Spione.
32. Wir waren zwölf Brüder, Söhne ein und desselben Vaters. Einer ist nicht mehr und der Jüngste ist bei unserem Vater in Kanaan geblieben.
33. Jener Mann aber, der Herr des Landes, sagte zu uns: Daran will ich erkennen, ob ihr ehrliche Leute seid: Lasst einen von euch Brüdern bei mir zurück, nehmt das Getreide, das den Hunger eurer Familien stillen soll, geht
34. und schafft mir euren jüngsten Bruder herbei! So werde ich erfahren, dass ihr keine Spione, sondern ehrliche Leute seid. Ich gebe euch dann euren Bruder heraus und ihr dürft euch frei im Land bewegen.
35. Während sie nun ihre Säcke leerten, stellten sie fest: Jeder hatte seinen Geldbeutel im Sack. Als sie und ihr Vater ihre Geldbeutel sahen, bekamen sie Angst.
36. Ihr Vater Jakob sagte zu ihnen: Ihr bringt mich um meine Kinder. Josef ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr und Benjamin wollt ihr mir auch noch nehmen. Nichts bleibt mir erspart.
37. Da sagte Ruben zu seinem Vater: Meine beiden Söhne magst du umbringen, wenn ich ihn dir nicht zurückbringe. Vertrau ihn meiner Hand an; ich bringe ihn dir wieder zurück.
38. Nein, sagte er, mein Sohn wird nicht mit euch hinunterziehen. Denn sein Bruder ist schon tot, nur er allein ist noch da. Stößt ihm auf dem Weg, den ihr geht, ein Unglück zu, dann bringt ihr mein graues Haar vor Kummer in die Unterwelt.
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1. Du aber, Ijob, hör doch auf meine Rede, / all meinen Worten leih dein Ohr!
2. Siehe, ich habe meinen Mund geöffnet, / schon spricht am Gaumen meine Zunge.
3. Gerade sind die Worte meines Herzens, / lautere Weisheit reden meine Lippen.
4. Gottes Geist hat mich erschaffen, / der Atem des Allmächtigen mir das Leben gegeben.
5. Wenn du kannst, so gib mir Antwort! / Leg es mir vor und stell dich!
6. Schau, ich bin wie du vor Gott, / auch ich bin nur aus Lehm geformt.
7. Furcht vor mir braucht dich nicht zu erschrecken, / Druck von mir nicht auf dir lasten.
8. Jedoch, du sprachst vor meinen Ohren / und ich vernahm der Worte Laut:
9. Rein bin ich und ohne Sünde, / makellos und ohne Schuld.
10. Vorwürfe sucht Gott gegen mich zu finden, / er sieht mich an als seinen Feind.
11. Meine Füße legt er in den Block, / er überwacht alle meine Pfade.
12. Da bist du nicht im Recht, sage ich dir, / denn Gott ist größer als der Mensch.
13. Weshalb hast du mit ihm gehadert, / weil er all deinen Worten nicht erwidert?
14. Denn einmal redet Gott / und zweimal, man achtet nicht darauf.
15. Im Traum, im Nachtgesicht, / wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, / im Schlummer auf dem Lager,
16. da öffnet er der Menschen Ohr / und schreckt sie auf durch Warnung,
17. um von seinem Tun den Menschen abzubringen, / den Hochmut aus dem Manne auszutreiben,
18. seine Seele vor dem Grab zu retten, / sein Leben davor, in den Todesschacht hinabzusteigen.
19. Er wird gemahnt durch Schmerz auf seinem Lager / und ständig ist Kampf in seinen Gliedern.
20. Am Brot verspürt sein Leben Ekel / und seine Seele an der Lieblingsspeise.
21. Es schwindet sein Fleisch, man sieht's nicht mehr. / Abgemagert bis auf die Knochen, / die man sonst nicht sieht.
22. Dem Grabe nähert sich seine Seele, / sein Leben den Todesboten.
23. Wenn dann ein Engel ihm zur Seite steht, / ein Mittler, einer von den Tausenden, / dem Menschen zu verkünden, was recht ist,
24. wenn dieser sich erbarmt und spricht: / Erlös ihn, dass er nicht ins Grab absteige, / Lösegeld hab ich für ihn gefunden!,
25. dann blüht sein Fleisch in Jugendfrische, / zu Jugendtagen kehrt er zurück.
26. Betet er zu Gott, so ist er ihm gnädig, / er darf sein Angesicht schauen in festlichem Jubel. / Dem Menschen gibt er die Gerechtigkeit wieder.
27. Er singt bei den Menschen und spricht: / Gesündigt hatte ich und das Recht verkehrt; / doch hat er mir nicht mit Gleichem vergolten,
28. meine Seele erlöst vor dem Abstieg ins Grab, / mein Leben darf schauen das Licht.
29. Sieh, alles das pflegt Gott zu tun, / zweimal, ja dreimal mit den Menschen,
30. um fern zu halten seine Seele von dem Grab, / um ihm zu leuchten mit dem Licht des Lebens.
31. Merk auf, Ijob, hör mich an, / schweig still, dass ich rede!
32. Hast Worte du bereit, entgegne mir! / Sprich nur; denn gern gebe ich dir Recht.
33. Wenn aber nicht, hör du mich an! / Schweig still, damit ich dich Weisheit lehre.
1. Dann ergriff Elihu das Wort und sprach:
2. Ihr Weisen, hört meine Worte, / ihr Kundigen, leiht mir Gehör!
3. Denn das Ohr prüft die Worte / und der Gaumen schmeckt die Speise.
4. Lasst das Recht uns untersuchen, / erkennen unter uns, was gut ist.
5. Denn Ijob sagt: Ich bin im Recht, / doch Gott hat mir mein Recht entzogen.
6. Meinem Recht zuwider soll ich lügen? / Unheilbar traf mich ohne Schuld der Pfeil.
7. Wo ist ein Mann wie Ijob, / der Lästerung wie Wasser trinkt,
8. der hingeht, um sich den Übeltätern zuzugesellen, / und mit den Frevlern Umgang pflegt?
9. Er sagte ja: Es nützt dem Menschen nichts, / dass er in Freundschaft lebt mit Gott.
10. Darum hört mir zu, ihr Männer mit Verstand! / Fern ist es Gott, Unrecht zu tun, / und dem Allmächtigen, Frevel zu üben.
11. Nein, was der Mensch tut, das vergilt er ihm, / nach eines jeden Verhalten lässt er es ihn treffen.
12. Nein, wahrhaftig, nie tut Gott unrecht / und der Allmächtige beugt nicht das Recht.
13. Wer hat ihm seine Erde anvertraut / und wer den ganzen Erdkreis hingestellt?
14. Wenn er auf ihn den Sinn nur richtet, / seinen Geist und Atem zu sich holt,
15. muss alles Fleisch zusammen sterben, / der Mensch zum Staube wiederkehren.
16. Hast du Verstand, so höre dies, / lausche dem Laut meiner Worte!
17. Kann, wer das Recht hasst, Herrschaft führen? / Und willst du den Gerechten, / den Erhabenen verklagen,
18. ihn, der zum König sagt: Du Nichtsnutz!, / zu Edelmännern: Bösewicht!,
19. der nicht auf Fürsten Rücksicht nimmt, / vornehm nicht vor arm begünstigt; / denn alle sind sie seiner Hände Werk.
20. Sie sterben plötzlich, mitten in der Nacht; / das Volk gerät in Aufruhr und sie müssen fort. / Starke müssen weichen, / ohne dass eine Hand sich rührt.
21. Denn seine Augen schauen auf des Menschen Wege, / alle seine Schritte sieht er wohl.
22. Kein Dunkel gibt es, keine Finsternis, / wo sich die Übeltäter bergen könnten.
23. Denn dem Menschen setzt er keine Frist, / zu Gott ins Gericht zu gehen.
24. Gewaltige knickt er ohne Verhör / und stellt andere an ihren Platz.
25. Wahrhaftig, Gott kennt ja ihre Taten, / er stürzt sie bei Nacht und sie sind zermalmt.
26. Wie Frevler schlägt er sie / an einem Ort, wo man es sieht,
27. deshalb, weil sie von ihm wichen, / nicht achteten auf alle seine Wege.
28. So lässt er der Armen Geschrei zu sich kommen, / er hört das Geschrei der Gebeugten.
29. Hält er sich still, wer spricht ihn schuldig? / Verbirgt er sein Gesicht, wer nimmt ihn wahr? / Über Volk und Menschen aber wacht er,
30. damit nicht ruchlose Menschen herrschen, / die dem Volk zum Fallstrick werden.
31. Denn nicht ist's an Gott, zu sagen: / Geirrt habe ich, ich mach's nicht wieder falsch.
32. Was ich nicht sehe, lehre du mich! / Tat ich Unrecht, ich will es nicht mehr tun.
33. Soll er nach deinem Sinn vergelten, / weil du verwirfst? So musst ja du entscheiden, nicht ich, / und was du weißt, das sage an!
34. Verständige Männer werden zu mir sagen, / ein jeder Weise, der mich hört:
35. Bar des Wissens redet Ijob / und unbedacht sind seine Worte.
36. Wohlan, weiter werde Ijob geprüft, / weil er nach der Frevler Art erwidert.
37. Denn Frevel fügt er noch zu seiner Sünde, / in unserer Mitte höhnt er laut, / mehrt seine Worte gegen Gott.
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1. Ihr Söhne, hört auf die Mahnung des Vaters, / merkt auf, damit ihr Einsicht lernt;
2. denn gute Lehre gebe ich euch. / Lasst nicht ab von meiner Weisung!
3. Als ich noch ein Knabe war bei meinem Vater, / das zarte und einzige Kind meiner Mutter,
4. da lehrte er mich und sagte zu mir: / Nimm dir meine Worte zu Herzen, / folge meinen Geboten und du wirst leben.
5. Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Einsicht, / vergiss sie nicht, weich nicht ab von meinen Worten!
6. Lass nicht von ihr und sie wird dich behüten, / liebe sie und sie wird dich beschützen.
7. Anfang der Weisheit ist: Erwirb dir Weisheit, / erwirb dir Einsicht mit deinem ganzen Vermögen!
8. Halte sie hoch, dann wird sie dich erhöhen; / sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst.
9. Sie setzt dir einen schönen Kranz auf das Haupt, / eine prächtige Krone wird sie dir schenken.
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"O temor e a confiança devem dar as mãos e proceder como irmãos. Se nos damos conta de que temos muito temor devemos recorrer à confiança. Se confiamos excessivamente devemos ter um pouco de temor". São Padre Pio de Pietrelcina