1. Weisheit erhebt das Haupt des Armen / und lässt ihn unter Fürsten sitzen.

2. Lobe keinen Menschen wegen seiner (schönen) Gestalt, verachte keinen Menschen wegen seines (bescheidenen) Aussehens!

3. Unansehnlich unter den geflügelten Tieren ist die Biene / und doch bringt sie den besten Ertrag ein.

4. Spotte nicht über das Kleid eines Betrübten, / verhöhne keinen, der Trauertag hat. Denn unbegreiflich sind die Fügungen des Herrn, / verborgen ist den Menschen sein Tun.

5. Viele, die unterdrückt waren, bestiegen den Thron, / viele, an die niemand dachte, trugen die Krone.

6. Viele, die hoch standen, wurden tief verachtet / und Angesehene wurden den Niedrigen ausgeliefert.

7. Tadle nicht, ehe du geprüft hast; / zuerst untersuche, dann weise zurecht!

8. Gib keine Antwort, bevor du gehört hast, / sprich nicht mitten in einer Rede!

9. Wenn du nicht beleidigt wirst, reg dich nicht auf! / Nimm nicht teil am Streit der Übermütigen!

10. Mein Sohn, warum willst du dir so viel Mühe bereiten? / Es bleibt doch keiner ungestraft, der zu hastig vorandrängt. Läufst du zu rasch, erreichst du das Ziel nicht; / fliehst du zu schnell, entkommst du nicht.

11. Da müht sich einer, plagt sich und hastet, / doch umso mehr bleibt er zurück.

12. Da ermattet einer und bricht unterwegs zusammen, / ist arm an Kraft und reich an Schwäche, doch das Auge des Herrn schaut ihn gütig an, / er schüttelt den schmutzigen Staub von ihm ab.

13. Er richtet sein Haupt auf und erhöht ihn, / sodass viele über ihn staunen.

14. Gutes und Böses, Leben und Tod, / Armut und Reichtum kommen vom Herrn.

15. [Weisheit, Einsicht und Kenntnis des Gesetzes sind vom Herrn, / Liebe und Rechtschaffenheit kommen von ihm.

16. Irrtum und Finsternis sind für die Sünder erschaffen; / wer sich des Bösen rühmt, mit dem wird das Böse alt.]

17. Der Lohn des Herrn für den Gerechten steht fest, / sein Wille setzt sich für immer durch.

18. Mancher wird reich, weil er sich plagt, / doch verwirkt er seinen Erwerb.

19. Er sagt zwar zu gegebener Zeit: Ich habe Ruhe gefunden, / nun will ich meine Güter genießen. Aber er weiß nicht, wie lange es dauert; / er hinterlässt sie andern und stirbt.

20. Mein Sohn, steh fest in deiner Pflicht und geh ihr nach, / bei deinem Tun bleibe bis ins Alter!

21. Wundere dich nicht über die Übeltäter; / früh morgens mach dich auf zum Herrn und hoffe auf sein Licht! Denn leicht ist es in den Augen des Herrn, / den Armen plötzlich und schnell reich zu machen.

22. Gottes Segen ist der Lohn des Gerechten, / zur bestimmten Zeit blüht seine Hoffnung auf.

23. Sag nicht: Ich habe meine Wünsche erfüllt, / was geht mir noch ab?

24. Sag nicht: Ich bin versorgt, / welches Unheil könnte über mich kommen?

25. Das Glück von heute lässt das Unglück vergessen, / das Unglück von heute lässt das Glück vergessen.

26. Denn leicht ist es in den Augen des Herrn, / am Todestag dem Menschen nach seinen Taten zu vergelten.

27. Schlimme Zeit lässt die Lust vergessen, / das Ende des Menschen gibt über ihn Auskunft.

28. Preise niemand glücklich vor seinem Tod; / denn erst an seinem Ende erkennt man den Menschen.

29. Bring nicht jeden Menschen ins Haus; / denn viele Wunden schlägt der Verleumder.

30. Wie ein im Korb gefangener Vogel ist das Herz des Übermütigen / oder wie ein Spion, der eine Bresche erspäht.

31. Der Verleumder verkehrt Gutes in Böses / und deine besten Absichten bringt er in Verdacht.

32. Einen Funken entfacht er zum Brand, / der Niederträchtige lauert auf Blut.

33. Hüte dich vor einem Bösen, denn er zeugt Böses. / Warum willst du für immer einen Makel davontragen?

34. Nimmst du den Fremden auf, entfremdet er dich deiner Lebensart; / er entzweit dich mit deiner Familie.



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“Submeter-se não significa ser escravo, mas ser livre para receber santos conselhos.” São Padre Pio de Pietrelcina

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